Zum Hauptinhalt springen

Prozesserhebung

Aufbauend auf der grundlegenden Prozesserfassung konzentriert sich dieser Abschnitt auf die detaillierte Erhebung aller relevanten Informationen zum Geschäftsprozess – strukturiert, nachvollziehbar und revisionssicher.


Inhalte des Erhebungsbogens​

Allgemeine Informationen​

  • Bezeichnung des Prozesses
  • Optionale interne Prozess-ID
  • Beschreibung des Ablaufs und Zwecks des Prozesses

Prozessabhängigkeiten​

  • Verknüpfung mit anderen Prozessen
  • Art der Abhängigkeit (vorgelagert, nachgelagert, parallel)
  • Angabe der maximal tolerierbaren Ausfallzeit (MTPD) je Abhängigkeit
    (MTPD wird im Setup konfiguriert und bildet die Obergrenze der Ausfalltoleranz)

Schutzbedarfsanalyse​

Für jede Schutzbedarfskategorie (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit) erfolgt eine Einschätzung je Schadenskategorie des aktuellen Scopes (z. B. Finanzen, Betrieb, Compliance, Reputation).

Die Bewertung folgt einem einfachen 4-stufigen Schema, welches im Setup definiert wurde.

Schadensbewertung (Kalenderjahr)​

Für jede im Scope definierte Schadenskategorie wird beurteilt, wie schwerwiegend die Auswirkungen des Notbetriebs bei Ausfall des Prozesses über festgelegte Zeiträume hinweg wären.

Beispiel-Zeitspannen:
24 Stunden, 3 Tage, 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage

Für jede Kombination aus Schadenskategorie und Zeitspanne muss ein Auswirkungsgrad angegeben werden.

Die Auswirkungsgrade und Zeitspannen werden im Scope-Setup definiert.
Ihre Kombination bildet die Grundlage zur automatisierten Berechnung der MTPD.

Schadensbewertung (besondere Ereignisse)​

Optional kann die Bewertung auch für besonders kritische Zeitpunkte (z. B. Monatsabschluss, Kampagnen, Saisongeschäft) ergänzt werden.

Ressourcenabhängigkeiten​

Der Prozess kann mit folgenden Ressourcentypen verknüpft werden:

  • Personalbedarf
  • Arbeitsplätze
  • Informationen (Daten und Dokumente)
  • Informationstechnik (Systeme, Anwendungen etc.)
  • Dienstleistungen
  • Infrastruktur
  • Sonstige Ressourcen

Diese Verknüpfungen dienen der späteren Analyse von Abhängigkeiten und Schwachstellen.

Zusätzliche Angaben (optional)​

  • Bekannte Schwachstellen, z. B. Single Points of Failure
  • Freitextkommentare und Hinweise für die Folgeanalyse

Workflow & Revisionierung​

Änderungen im Erhebungsbogen werden automatisch gespeichert.
Eine neue Revision wird jedoch nur durch aktives „Fertigstellen“ bestätigt.

  • Fertigstellen (✔) erzeugt eine neue, verbindliche Revision
  • Verwerfen (❌) verwirft alle Änderungen seit der letzten Revision
  • Der Prozessstatus wird in Übersichten farblich markiert:
    • Revision in Bearbeitung (nicht fertiggestellt)
    • Revision abgeschlossen
    • Nicht erhoben

Nur die aktuellste Revision ist bearbeitbar. Frühere Versionen können über das Dropdown rechts oben eingesehen werden, sind aber schreibgeschützt.

Prozesserhebungen in Bearbeitung und die Strukturanalyse​

Eine Strukturanalyse kann auch dann fertiggestellt werden, wenn einzelne Prozesserhebungen noch den Status „Revision in Bearbeitung" haben. Der aktuelle Stand dieser Erhebungen wird dabei in die Strukturanalyse übernommen, sodass die übrigen Prozesse nicht auf einzelne offene Erhebungen warten müssen.

Der Prozess bleibt danach in Übersichten, im Statusfilter und im Erhebungsbogen weiterhin als „in Bearbeitung" gekennzeichnet – als Erinnerung, dass der übernommene Stand noch bestätigt werden soll. Als Bearbeiter haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Fertigstellen (✔) ohne weitere Änderungen bestätigt den übernommenen Stand. Der Prozess gilt damit als abgeschlossen, ohne dass eine zusätzliche Revision entsteht.
  • Weiterbearbeiten und anschließend Fertigstellen (✔) erzeugt wie gewohnt eine neue Revision.
  • Verwerfen (❌) setzt den Prozess auf die vorherige abgeschlossene Revision zurück (bzw. auf „Nicht erhoben", wenn es die erste Erhebung war). Die verworfene Revision bleibt im Revisions-Dropdown nachvollziehbar sichtbar – durchgestrichen und mit einem erläuternden Tooltip –, da sie Teil der bereits gespeicherten Strukturanalyse ist.